Museum bei der Kaiserpfalz
Museumsmaskottchen Ingo Merkurius
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Donnerstag, 24.6.2021, 14.30 Uhr
Geschichte am Mittag
Von »Völkerschauen«, »Black facing« und »Black lives matter«
Kurzvortrag
Verschoben auf 10.11.2022, 14.30 Uhr

Als der Ingelheimer Forschungsreisende Carlo von Erlanger 1901 von seiner letzten Ostafrika-Expedition zurückkehrte, begleitete ihn ein abessinischer Diener, dessen »intensiv glänzend schwarze Hautfarbe allgemein auffiel« (Ingelheimer Anzeiger, 27.8.1901). Zu diesem Zeitpunkt waren viele Deutsche fasziniert vom kolonialen »Abenteuer« in Afrika. Sie besuchten Kolonialausstellungen oder so genannte Völkerschauen, in denen rassistische Stereotype inszeniert wurden. Ein Beispiel dafür war auch die »koloniale Fastnacht«, die die Ober-Ingelheimer 1937 rund um einen geschminkten »Negerhäuptling mit Gefolge« (Ingelheimer Anzeiger, 8.1.1937) feierten. Der Kurzvortrag wirft einen Blick auf die Ingelheimer Kolonialgeschichte und verknüpft ihn mit dem wachsenden Bewusstsein für ethnische Diversität.

Vortrag: Dr. Nicole Nieraad-Schalke, Museum bei der Kaiserpfalz
Telefonische Anmeldung bis 22.6.2022 im Museum / begrenzte Teilnehmerzahl
Eintritt: 3 € (inkl. einer süßen Überraschung)

Samstag, 26.6.2021, 14 - 17 Uhr
Alte Techniken neu entdeckt
Herstellen eines Beutelbuchs
Workshop
Abgesagt!

Als Beutelbuch (lat. »liber caudatus«) wird ab dem 14. Jahrhundert eine besondere Art von »Taschenbuch« bezeichnet. Es war in einen beutelartigen Lederbezug eingearbeitet und konnte mittels einer Öse am Gürtel befestigt werden. Oft diente es als Lieder- oder Gebetsbuch. Im Workshop stellen wir ein modernes Beutelbuch (15 x 10 cm) mit einem hochwertigen textilen Überzug und 72 Leerseiten für Notizen oder Skizzen her.

Workshop: Ellen Gold, Restauratorin, Ingelheim
Teilnehmer: Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren
Treffpunkt: Museum bei der Kaiserpfalz
Telefonische Anmeldung und Bezahlung erforderlich bis 18.6.2021 im Museum / begrenzte Teilnehmerzahl
Kosten: bis 17 Jahre 12 €, ab 18 Jahre 20 € pro Person zzgl.
8 € Materialkosten

Foto: Ellen Gold
Sonntag, 4.7.2021, 11 Uhr
Öffentliche Führung
Von Pest bis Corona und anderen Seuchen

Über ein Jahr bestimmt die Corona-Pandemie nun schon unser aller Leben. Seit jeher überrollten hochansteckende Infektionskrankheiten die Menschen in allen Teilen der Welt. Sie brachten millionenfachen Tod, ließen sogar Weltreiche untergehen.
Ab Mitte des 14. Jahrhunderts grassierte die Pest immer wieder in Mitteleuropa. Im 16. Jahrhundert, zu Lebzeiten Sebastian Münsters und Martin Luthers, wütete die Pest an deren Aufenthaltsorten. Im Jahr 1666 erreichte eine der letzten Pestwellen, von London ausgehend über die Niederlande den Rhein heraufziehend, auch Ingelheim.
Kontaktverzicht bis Quarantäne, Schutzkleidung, Masken, Sicherheitsabstand waren damals wie heute probate Hygienemaßnahmen. Welche Rolle dabei der Bisamapfel spielte, ist eine der Fragen in der Führung.

Führung: Dr. Isabel Kappesser, Museum bei der Kaiserpfalz
Dauer: 1 Stunde
Telefonische Anmeldung bis 2.7.2021 im Museum / begrenzte Teilnehmerzahl
Kosten: 4,00 € (inkl. Eintritt ins Museum)

Repro: Dr. Gabriele Mendelssohn, aus »Der Totentanz. Vierzig Holzschnitte von Hans Holbein d. J.«, Faksimile-Nachbildungen d. 1. Ausg., Einleitung. v. Hans Ganz, Holbein-Verlag München ( o. J.)
Donnerstag, 8.7.2021, 14.30 Uhr
Kunst am Mittag
Rekonstruktionen von Bauausstattung im Saalgebiet? – (Un)möglich!
Kurzvortrag

2018 bewarb sich die Forschungsstelle Kaiserpfalz Ingelheim um die Teilnahme am Europäischen Kulturerbejahr »Sharing Heritage«, mit Konzepten, wie man das kulturelle Erbe erfahrbar machen könnte. Dabei sollten vor allem junge Menschen für Geschichte begeistert werden. Im Zeitalter von »Game of Thrones« hatte sich gerade eine Tür für das Interesse am Mittelalter mit seinen Machtstrukturen geöffnet. Die Idee war: Drei 1:1 Rekonstruktionen von Säulen, Marmorböden und Wandmalerei um 800 sollten den Ingelheimer Ruinen ein Gesicht geben, ausschnitthaft, aber monumental. Das Vorhaben warf viele Fragen auf: Wie stand es einst um die Proportionen der Säulen und Kapitelle? Was stellte die Wandmalerei in der Aula regia dar? Welche Muster ergaben die Steinfunde im Eingang? – Wie sich der wissenschaftliche Prozess vollzog und wo zukünftige Forschung nachhaken muss, soll in diesem Kurzvortrag zur Sprache kommen.

Vortrag: Dr. Barbara Gaertner, Kunsthistorikerin, Forschungsstelle Kaiserpfalz
Telefonische Anmeldung bis 6.7.2021 im Museum / begrenzte Teilnehmerzahl
Eintritt: 3 € (inkl. einer süßen Überraschung)

Abbildung: »Aufbau der 1:1-Rekonstruktion von Wandmalerei, Aula regia« © Stadt Ingelheim, Foto: Dr. Barbara Gaertner
Sonntag, 11.7.2021, 11 Uhr
Öffentliche Führung
Gefährtin im Reich wie im Ehebett – Fünf Kaiserinnen in Ingelheim

Eine wesentliche Säule kaiserlicher Macht waren geschickt geschlossene Eheverbindungen. Die richtige Ehefrau konnte der Dynastie die Krone sichern, das Reichsterritorium erweitern und wichtige Netzwerke unterhalten. Die Aufgaben hochmittelalterlicher Kaiserinnen gingen weit über die Geburt eines Stammhalters hinaus, aber nicht immer wurde ihr Einsatz gewürdigt. In der Führung werden fünf bedeutende Kaiserinnen vorgestellt, die aktiv an der Herrschaft ihrer Ehemänner beteiligt waren, oder diese stellvertretend für ihre unmündigen Söhne übernommen haben. Die Ingelheimer Kaiserpfalz war ihnen dabei ein wichtiger Stützpunkt.

Eine Kooperation des Museums bei der Kaiserpfalz mit der Forschungsstelle Kaiserpfalz anlässlich der Präsentation »Säulen der Macht - Mittelalterliche Paläste und die Reisewege der Kaiser«.

Führung: Miriam Maslowski, Museum bei der Kaiserpfalz
Dauer: 1,5 Stunden
Telefonische Anmeldung bis 9.7.2021 im Museum / begrenzte Teilnehmerzahl
Kosten: 4 € (inkl. Eintritt ins Museum)

Abbildung: »Adelheid mit Krone«, Umzeichnung: Nadine Hanssen, 2020 © Museum bei der Kaiserpfalz
Samstag, 17.7.2021, 10 Uhr
»summer readING«
Mit Nadel und Faden zum eigenen Büchlein
Workshop

Mit Nadel und Faden könnt ihr nicht nur Löcher in Socken stopfen! Wir zeigen euch, wie ihr mit diesem und weiterem Werkzeug euer eigenes kleines Büchlein herstellen könnt. Habt ihr erst einmal die Grundtechnik des Buchbindens erlernt, könnt ihr ganz unterschiedliche Hefte oder kleine Bücher herstellen. Zum Abschluss machen wir ein Doppelbuch in einem z-förmigen Umschlag, in das ihr dann sogar vorwärts und rückwärts hineinschreiben könnt.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Mediathek Ingelheim mit dem Museum bei der Kaiserpfalz.

Workshop: Nadine Hanssen
Dauer: 2 Stunden
Treffpunkt: Museum bei der Kaiserpfalz
TeilnehmerInnen: max. 6 Jugendliche / ab 10 Jahren
Voraussetzung: Teilnahme am »summer readING« der Mediathek
Anmeldung bis 9.7.2021 bei der Mediathek Ingelheim,
Telefon 06132•782782, mediathek@ingelheim.de
Eintritt frei
Museumsmaskottchen Ingo Merkurius

Sonntag, 18.7.2021, 14 Uhr
Öffentliche Führung
»Wie wol er den Juden auch feind ist, aber
er nimbt sichs so hefftig nicht an als ich«
(Luther über Münster)


Religiös motivierte antijüdische Denkmuster begleiteten das Christentum von Beginn an (Antijudaismus). Am Anfang der traditionellen Judenfeindschaft stand der konfliktbeladene Ablösungsprozess der frühen Christen vom Judentum. Seit dem 4. Jahrhundert wurden Juden sozial benachteiligt und ausgegrenzt. Ab etwa dem 13. Jahrhundert ist die Tiermetapher »Judensau« als häufiges Bildmotiv der antijüdischen christlichen Kunst belegt. Mitte des 14. Jahrhunderts wurden Menschen jüdischen Glaubens als Brunnenvergifter für die Pest verantwortlich gemacht. Im 15./16. Jahrhundert hatte der Antijudaismus einen Höhepunkt erreicht. Anlässlich des Festjahres »1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland« setzt sich die Führung schwerpunktmäßig mit dem Thema »Antijudaismus in der frühen Neuzeit« auseinander und geht auf die Haltung Luthers und Münsters ein.

Führung: Dr. Klaus Peter Wörns, Gästeführer, Ingelheim
Dauer: 1 Stunde
Telefonische Anmeldung bis 16.7.2021 im Museum / begrenzte Teilnehmerzahl
Kosten: 4,00 € (inkl. Eintritt ins Museum)

Abbildung aus: Hartmann Schedel, Weltchronik, Nürnberg 1493, Faksimile Lindau 1988,
© Museum bei der Kaiserpfalz, Ingelheim, Repro: Dr. Gabriele Mendelssohn


Dienstag, 20.7.2021, 19 Uhr
Lesung
»Agitator mit der Feder«

Am 19. Februar 1887 starb der niederländische Schriftsteller Eduard Douwes Dekker, alias »Multatuli«, kurz vor seinem 67. Geburtstag in Nieder-Ingelheim. Hier hatte er seit 1881 zurückgezogen mit seiner Frau Mimi und dem Adoptivsohn Walter gelebt. Sein Buch »Max Havelaar« (1860), in dem der ehemalige Kolonialbeamte die Arbeitsbedingungen der Kaffeepflanzer auf Java anprangerte, gehört heute zu den wichtigsten literarischen Werken der Niederlande. Christian Klischat, Ensemblemitglied des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, trägt in der Aula regia Auszüge aus diesem brisanten Werk vor und liest aus den privaten Briefen Multatulis, die dieser in Ingelheim geschrieben hat. Museumsmitarbeiterin Dr. Nicole Nieraad-Schalke ordnet die Zitate in Multatulis wechselvolle Biografie ein. Außerdem entführt die Pianistin Sabine Schneider musikalisch in die Zeit des 19. Jahrhunderts.

Lesung: Christian Klischat, Schauspieler, Darmstadt
Moderation: Dr. Nicole Nieraad-Schalke, Museum bei der Kaiserpfalz
Veranstaltungsort: Aula Regia / bei schlechtem Wetter: Saalkirche
Telefonische Anmeldung bis 13.7.2021 im Museum / begrenzte Teilnehmerzahl
Einlass: ab 18.30 Uhr / coronabedingte Platzzuweisung
Kosten: 8 €

© Museum bei der Kaiserpfalz, Foto: Andrea Enderlein
Samstag, 24.7.2021, 10 Uhr
»summer readING«
Drucken leicht – Lesen schön gemacht
Workshop

Mit spitzem Stift und leerem TetraPak-Getränkekarton geht's ans Werk: Werdet kreativ und ritzt verschiedene Muster oder ein komplettes Bild in den Karton. Anschließend könnt ihr eure Druckvorlage mit ein wenig Farbe und der Druckerpresse im Museum ganz leicht auf ein angefeuchtetes Papier übertragen. Nach dem Trocknen verarbeitet ihr es zu einem hübschen Lesezeichen für eure nächste Ferienlektüre.

Bitte bringt euren Mund-Nasen-Schutz mit sowie Kleidung, die schmutzig werden kann!

Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Mediathek Ingelheim mit dem Museum bei der Kaiserpfalz.

Workshop: Nadine Hanssen
Dauer: 2 Stunden
TeilnehmerInnen: max. 6 Kinder und Jugendliche / ab 8 Jahren
Treffpunkt: Museum bei der Kaiserpfalz
Voraussetzung: Teilnahme am »summer readINg« der Mediathek
Anmeldung bis 16.7.2021 bei der Mediathek Ingelheim,
Telefon 06132•782782, mediathek@ingelheim.de

Abbildung: © Museum bei der Kaiserpfalz, Foto: Nadine Hanssen
Museumsmaskottchen Ingo Merkurius

26.7. bis 28.7.2021, 10 Uhr
Kinderferienspaß
Kleistern, falten, kleben – Vom bunten Papier zum eigenen Leporello
Workshop

An drei Vormittagen dreht sich im Museum alles um das Thema Papier: mit viel Farbe und noch mehr Verzierungen stellt ihr euer eigenes Kleisterpapier her. Ihr erfahrt, warum man Papier »richtig« oder »falsch« falten kann und legt es in lustige, ziehharmonikaartige Steifen. Schließlich werdet ihr zum Buchbinder oder zur Buchbinderin. Lasst aus eurem Papier und Pappe ein ganz einzigartiges Leporello (Faltbuch) entstehen. Das dürft ihr natürlich mit nach Hause nehmen.

Bitte bringt wettertaugliche Kleidung, feste Schuhe, Euren Mund-Nasen-Schutz sowie Essen und Trinken für die Pausen mit!

Die Veranstaltung ist eine Kooperation des Jugend- und Kulturzentrums YELLOW mit dem Museum bei der Kaiserpfalz.

Workshop: Michelle Charvolin-Dörr
Dauer: jeweils 3 Stunden
Treffpunkt: Museum bei der Kaiserpfalz
TeilnehmerInnen: max. 6 Jugendliche / ab 10 Jahren
Voraussetzung: Erwerb des Ferienpasses über ingelheim.feripro.de
Anmeldung bis 19.7.2021 im YELLOW unter ingelheim.feripro.de
Kosten: 12 € für drei Tage inkl. Material

Abbildung: © Museum bei der Kaiserpfalz, Foto: Nadine Hanssen
Museumsmaskottchen Ingo Merkurius

Sonntag, 8.8.2021, 11 Uhr
Öffentliche Führung
Gefährtin im Reich wie im Ehebett – Fünf Kaiserinnen in Ingelheim

Eine wesentliche Säule kaiserlicher Macht waren geschickt geschlossene Eheverbindungen. Die richtige Ehefrau konnte der Dynastie die Krone sichern, das Reichsterritorium erweitern und wichtige Netzwerke unterhalten. Die Aufgaben hochmittelalterlicher Kaiserinnen gingen weit über die Geburt eines Stammhalters hinaus, aber nicht immer wurde ihr Einsatz gewürdigt. In der Führung werden fünf bedeutende Kaiserinnen vorgestellt, die aktiv an der Herrschaft ihrer Ehemänner beteiligt waren, oder sie stellvertretend für ihre unmündigen Söhne übernommen haben. Die Ingelheimer Kaiserpfalz war ihnen dabei ein wichtiger Stützpunkt.

Eine Kooperation des Museums bei der Kaiserpfalz mit der Forschungsstelle Kaiserpfalz anlässlich der Präsentation »Säulen der Macht - Mittelalterliche Paläste und die Reisewege der Kaiser«.

Führung: Miriam Maslowski, Museum bei der Kaiserpfalz
Dauer: 1,5 Stunden
Telefonische Anmeldung bis 6.8.2021 im Museum / begrenzte Teilnehmerzahl
Kosten: 4 € (inkl. Eintritt ins Museum)

Abbildung: »Adelheid mit Krone«, Umzeichnung: Nadine Hanssen, 2020 © Museum bei der Kaiserpfalz
Donnerstag, 19.8.2021, 14.30 Uhr
Geschichte am Mittag
Sebastian Münster und der gehörnte Moses
Kurzvortrag
Verschoben auf 2.12.2021, 14.30 Uhr

In der christlichen Welt wurde in der bildenden Kunst Moses lange Zeit mit Hörnern dargestellt. Das ging auf die lateinische Übersetzung einer Bibelstelle im 2. Buch Mose zurück. In der Sebastian Münster Abteilung des Museums finden sich drei Darstellungen eines gehörnten Moses. Ferner sind dort die Bibelübersetzungen von Martin Luther und Sebastian Münster zu sehen. Der Vortrag beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Überlieferungen des Alten Testaments und geht der Frage nach, wie die beiden Bibelübersetzer mit dieser Textstelle umgehen. Es wird sich zeigen, dass sich gerade Münster mit diesem Thema näher auseinandergesetzt hat.

Vortrag: Renate Fath M. A., Museum bei der Kaiserpfalz
Telefonische Anmeldung bis 23.2.2021 im Museum / begrenzte Teilnehmerzahl
Eintritt: 3 € (inkl. einer süßen Überraschung)

Abbildung: Ausschnitt aus dem Titelbild von Martin Luther/Sebastian Münster »Der x. gebot ein nutzliche erklerung...«, 1520, © Lutherbibliothek Worms, Foto: Busso Diekamp
Donnerstag, 19.8.2021, 14.30 Uhr
Geschichte am Mittag
Jüdisches Leben in Ingelheim – Vom Mittelalter bis zur Shoah
Kurzvortrag

Im Jahr 2021 wird bundesweit das Jubiläum der 1700-jährigen deutsch-jüdischen Geschichte gefeiert. Als frühester schriftlicher Beleg gilt das kaiserliche Edikt von 321, in dem Konstantin der Große dem Kölnischen Rat genehmigte, Juden in seine Reihen aufzunehmen und mit politischen Ämtern auszustatten. Das Museum nimmt dies zum Anlass, nach der Ausstellung von 2008/2009 »Ihr Heimesgässler, wir sehen uns wieder!« erneut mit einem Kurzvortrag an die Geschichte der Ingelheimer Juden zu erinnern. Der Referent Klaus Dürsch gibt einen geschichtlichen Abriss über das jüdische Leben in Ingelheim seit dem Mittelalter. Anhand einiger Beispiele wird er der Frage nachgehen, wie Juden mit ihrer nichtjüdischen Nachbarschaft lebten. Der Schwerpunkt wird auf der Zeit zwischen 1700 und 1942 liegen. Für diesen Zeitraum ist nachweisbar, dass Juden viele Generationen lang in Ingelheim lebten, bis zu ihrer erzwungenen Vertreibung.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation des Museums bei der Kaiserpfalz mit dem Deutsch-Israelischen Freundeskreis Ingelheim e. V.

Vortrag: Klaus Dürsch M. A., Vorstandsvorsitzender Deutsch-Israelischer Freundeskreis Ingelheim e. V.
Telefonische Anmeldung bis 17.8.2021 im Museum / begrenzte Teilnehmerzahl
Eintritt: 3 € (inkl. einer süßen Überraschung)

Abbildung: »Die erhaltenden jüdischen Friedhöfe gehören zu den wenigen Spuren jüdischen Lebens«,
© Deutsch-Israelischer Freundeskreis Ingelheim e. V., Foto: Micheal Schlotterbeck

Sonntag, 29.8.2021, 11 Uhr
Öffentliche Führung
»Wie wol er den Juden auch feind ist, aber
er nimbt sichs so hefftig nicht an als ich«
(Luther über Münster)


Religiös motivierte antijüdische Denkmuster begleiteten das Christentum von Beginn an (Antijudaismus). Am Anfang der traditionellen Judenfeindschaft stand der konfliktbeladene Ablösungsprozess der frühen Christen vom Judentum. Seit dem 4. Jahrhundert wurden Juden sozial benachteiligt und ausgegrenzt. Ab etwa dem 13. Jahrhundert ist die Tiermetapher »Judensau« als häufiges Bildmotiv der antijüdischen christlichen Kunst belegt. Mitte des 14. Jahrhunderts wurden Menschen jüdischen Glaubens als Brunnenvergifter für die Pest verantwortlich gemacht. Im 15./16. Jahrhundert hatte der Antijudaismus einen Höhepunkt erreicht. Anlässlich des Festjahres »1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland« setzt sich die Führung schwerpunktmäßig mit dem Thema »Antijudaismus in der frühen Neuzeit« auseinander und geht auf die Haltung Luthers und Münsters ein.

Führung: Dr. Klaus Peter Wörns, Gästeführer, Ingelheim
Dauer: 1 Stunde
Telefonische Anmeldung bis 27.8.2021 im Museum / begrenzte Teilnehmerzahl
Kosten: 4,00 € (inkl. Eintritt ins Museum)

Abbildung aus: Hartmann Schedel, Weltchronik, Nürnberg 1493, Faksimile Lindau 1988,
© Museum bei der Kaiserpfalz, Ingelheim, Repro: Dr. Gabriele Mendelssohn

Sonntag, 5.9.2021, 11 Uhr
Öffentliche Führung
Von Pest bis Corona und anderen Seuchen

Über ein Jahr bestimmt die Corona-Pandemie nun schon unser aller Leben. Seit jeher überrollten hochansteckende Infektionskrankheiten die Menschen in allen Teilen der Welt. Sie brachten millionenfachen Tod, ließen sogar Weltreiche untergehen.
Ab Mitte des 14. Jahrhunderts grassierte die Pest immer wieder in Mitteleuropa. Im 16. Jahrhundert, zu Lebzeiten Sebastian Münsters und Martin Luthers, wütete die Pest an deren Aufenthaltsorten. Im Jahr 1666 erreichte eine der letzten Pestwellen, von London ausgehend über die Niederlande den Rhein heraufziehend, auch Ingelheim.
Kontaktverzicht bis Quarantäne, Schutzkleidung, Masken, Sicherheitsabstand waren damals wie heute probate Hygienemaßnahmen. Welche Rolle dabei der Bisamapfel spielte, ist eine der Fragen in der Führung.

Führung: Dr. Isabel Kappesser, Museum bei der Kaiserpfalz
Dauer: 1 Stunde
Telefonische Anmeldung bis 3.9.2021 im Museum / begrenzte Teilnehmerzahl
Kosten: 4,00 € (inkl. Eintritt ins Museum)

Repro: Dr. Gabriele Mendelssohn, aus »Der Totentanz. Vierzig Holzschnitte von Hans Holbein d. J.«, Faksimile-Nachbildungen d. 1. Ausg., Einleitung. v. Hans Ganz, Holbein-Verlag München ( o. J.)
11.9. bis 28.11.2021
Material im Fokus – Glas in der zeitgenössischen Kunst
Kunstausstellung

Die Ingelheimer Glaskünstlerin Professorin Ingrid Conrad-Lindig hat viele Jahre das Institut für künstlerische Keramik und Glas in Höhr-Grenzhausen geleitet sowie den Lehrstuhl »Glas« innegehabt. Außergewöhnliche Glasobjekte von ihr und von sechs ihrer sehr erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen laden in der Ausstellung dazu ein, in die faszinierende Welt der modernen Glaskunst einzutauchen und die erstaunliche Vielseitigkeit des Materials Glas zu bewundern. Zur Ausstellung bieten wir ein umfangreiches Rahmenprogramm.

Kurator: Ludwig Rinn, Kunsthistoriker und Sammler, Heuchelheim
Gesamtleitung: Dr. Ingeborg Domes, Museum bei der Kaiserpfalz
Veranstalter: Stadtverwaltung Ingelheim am Rhein, Museum bei der Kaiserpfalz
Veranstaltungsort: Kunstforum Ingelheim – Altes Rathaus, François-Lachenal-Platz 1, 55218 Ingelheim am Rhein
Öffnungszeiten: September und Oktober: Dienstag bis Donnerstag, 10 – 17 Uhr sowie Freitag bis Sonntag und an Feiertagen, 10 – 18 Uhr / November: Dienstag bis Sonntag, 10 – 16 Uhr
Eintritt: 7 € / 5 €*, Kombikarte mit Museum: 8 € / 6 €* (*ermäßigt in geführten Gruppen)

Ingrid Conrad-Lindig »Rheingold«, Glasobjekt, © Ingrid Conrad-Lindig, Foto: Dr. Thomas Pfeiffer



Sonntag, 12.9.2021, 10 - 18 Uhr
Tag des offenen Denkmals
im Museum bei der Kaiserpfalz und im Kunstforum Ingelheim – Altes Rathaus

14 Uhr
Künstlerführung in der Ausstellung
Material im Fokus – Glas in der zeitgenössischen Kunst

Als ehemalige Leiterin des Instituts für Künstlerische Keramik und Glas der Hochschule Koblenz Höhr-Grenzhausen hat Ingrid Conrad-Lindig nicht nur junge Künstlerinnen und Künstler ausgebildet, sie ist selbst eine international renommierte Glaskünstlerin. Als Kennerin der künstlerischen Glasbearbeitung stellt sie beim Ausstellungsrundgang verschiedene Glasobjekte vor – eigene und Arbeiten von Lena Feldmann, Thomas Kuhn, Jesse Magee, Anne Petters, Judith Röder sowie Ramona Seyfarth – und erklärt die Besonderheiten ihrer Herstellung.

Führung: Prof. Ingrid Conrad-Lindig, Ingelheim
Dauer: 1,5 Stunden
Veranstaltungsort: Kunstforum Ingelheim – Altes Rathaus, François-Lachenal-Platz 1, 55218 Ingelheim am Rhein
Telefonische Anmeldung bis 10.9.2021 im Museum / begrenzte Teilnehmerzahl

Das Museum bei der Kaiserpfalz ist von 10 bis 18 Uhr geöffnet.
Mit Zugangsbeschränkungen im Museum und bei den Führungen.
Der Eintritt in die Ausstellung und das Museum sowie alle Angebote zum Tag des offenen Denkmals sind ganztägig kostenfrei.
Donnerstag, 2.12.2021, 14.30 Uhr
Geschichte am Mittag
Sebastian Münster und der gehörnte Moses
Kurzvortrag

In der christlichen Welt wurde in der bildenden Kunst Moses lange Zeit mit Hörnern dargestellt. Das ging auf die lateinische Übersetzung einer Bibelstelle im 2. Buch Mose zurück. In der Sebastian Münster Abteilung des Museums finden sich drei Darstellungen eines gehörnten Moses. Ferner sind dort die Bibelübersetzungen von Martin Luther und Sebastian Münster zu sehen. Der Vortrag beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Überlieferungen des Alten Testaments und geht der Frage nach, wie die beiden Bibelübersetzer mit dieser Textstelle umgehen. Es wird sich zeigen, daß sich gerade Münster mit diesem Thema näher auseinandergesetzt hat.

Vortrag: Renate Fath M. A., Museum bei der Kaiserpfalz
Telefonische Anmeldung bis 30.11.2021 im Museum / begrenzte Teilnehmerzahl
Eintritt: 3 € (inkl. einer süßen Überraschung)

Abbildung: Ausschnitt aus dem Titelbild von Martin Luther/Sebastian Münster »Der x. gebot ein nutzliche erklerung...«, 1520, © Lutherbibliothek Worms, Foto: Busso Diekamp
Donnerstag, 10.11.2022, 14.30 Uhr
Geschichte am Mittag
Von »Völkerschauen«, »Black facing« und »Black lives matter«
Kurzvortrag

Als der Ingelheimer Forschungsreisende Carlo von Erlanger 1901 von seiner letzten Ostafrika-Expedition zurückkehrte, begleitete ihn ein abessinischer Diener, dessen »intensiv glänzend schwarze Hautfarbe allgemein auffiel« (Ingelheimer Anzeiger, 27.8.1901). Zu diesem Zeitpunkt waren viele Deutsche fasziniert vom kolonialen »Abenteuer« in Afrika. Sie besuchten Kolonialausstellungen oder so genannte Völkerschauen, in denen rassistische Stereotype inszeniert wurden. Ein Beispiel dafür war auch die »koloniale Fastnacht«, die die Ober-Ingelheimer 1937 rund um einen geschminkten »Negerhäuptling mit Gefolge« (Ingelheimer Anzeiger, 8.1.1937) feierten. Der Kurzvortrag wirft einen Blick auf die Ingelheimer Kolonialgeschichte und verknüpft ihn mit dem wachsenden Bewusstsein für ethnische Diversität.

Vortrag: Dr. Nicole Nieraad-Schalke, Museum bei der Kaiserpfalz
Telefonische Anmeldung bis 8.11.2022 im Museum / begrenzte Teilnehmerzahl
Eintritt: 3 € (inkl. einer süßen Überraschung)

Abbildung: © Leinpfad Verlag, Ingelheim, Fotograf: unbekannt