Museum bei der Kaiserpfalz
Museumsmaskottchen Ingo Merkurius
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Donnerstag, 12.12.2019, 12.30 Uhr
Kunst am Mittag
Emil Reynier aus Nieder-Ingelheim – Eine Künstlerkarriere in der
k. u. k. Monarchie

Kurzvortrag

Den in Nieder-Ingelheim geborenen Maler und Grafiker Emil Reynier
(1836–1928) zog es nach München, Wien und Salzburg. Er stellte zusammen mit den Künstlergrößen seiner Zeit erfolgreich aus. 1874 ging er als Direktor der dortigen kaiserlich-königlich allgemeinen Zeichenschule nach Prag. Später schloss er sich der Osternberger Künstlerkolonie an. Noch im hohen Alter von fast 90 Jahren nahm er als Mitglied an der ersten Ausstellung der Innviertler Künstlergilde teil. Nach seinem Tod geriet Emil Reynier weitgehend in Vergessenheit und fand höchstens noch als Schwiegervater des Jugendstilkünstlers Karl Schmoll von Eisenwerth Erwähnung. Der Vortrag begibt sich auf Spurensuche und beleuchtet ein spannendes Künstlerleben.

Vortrag: Hilke Portwich M. A., Kunsthistorikerin, Ingelheim
Eintritt: 4 € (inkl. 1 Tasse Kaffee und 1 süße Überraschung)

Abbildung: »Zeitungsgasse in Wien«, Holzstich nach Emil Reynier, 1870, aus der Zeitschrift »Über Land und Meer«, Repro: Hilke Portwich
Donnerstag, 13.2.2020, 12.30 Uhr
Kunst am Mittag
»Dies Bildnis ist bezaubernd schön...« – Das Porträt der Mathilde Mohr von Gotthelf Leberecht Glaeser
Kurzvortrag

1833 heiratete der Jurist und spätere Paulskirchen-Abgeordnete Dr. Martin Mohr (1788–1865) die 15 Jahre jüngere Mathilde Mayer (1803-1875), eine Tochter des Justizamtmannes Theodor Mayer aus Schotten. Das Ehepaar zog nach Ober-Ingelheim und lebte dort im ehemaligen Haus des Herrn Horneck von Weinheim aus dem 16. Jahrhundert in der Stiegelgasse 48, das Mohrs Schwiegervater 1832 erworben hatte. Im Jahr 1827 hatte sich Mathilde Mayer von dem Darmstädter Maler Gotthelf Leberecht Glaeser (1784-1851), einem Schüler Friedrich August Tischbeins (1750–1812), porträtieren lassen. Glaeser war seit 1822 am Darmstädter Hof angestellt und verdiente seinen Lebensunterhalt vor allem mit der Porträtmalerei.

Vortrag: Dr. Heidrun Ludwig, Sammlung Sander, Darmstadt
Eintritt: 4 € (inkl. 1 Tasse Kaffee und 1 süßen Überraschung)

Bildnachweis: Gotthelf Leberecht Glaeser »Bildnis der Mathilde Mohr, geb. Mayer (1803–1875)«, Pastell auf Pergament, 1827, © Sammlung Sander, Darmstadt
Foto: Dr. Heidrun Ludwig

Donnerstag, 5.3.2020, 12.30 Uhr
Geschichte am Mittag
Vor 200 Jahren geboren: der Kolonialkritiker und Wahlingelheimer Multatuli
Kurzvortrag

Am 2. März 1820 wurde Eduard Douwes Dekker als Sohn eines Kapitäns in Amsterdam geboren. Unter dem Pseudonym Multatuli (lat. »Ich habe viel ertragen«) machte er sich später als gesellschaftskritischer Schriftsteller einen Namen. Sein Buch »Max Havelaar« (1860), in dem der ehemalige Kolonialbeamte die Arbeitsbedingungen der Kaffeepflanzer auf Java anprangerte, gehört heute zu den wichtigsten literarischen Werken der Niederlande. 1881 wurde dem zeitlebens unter Geldmangel leidenden Multatuli ein Haus in Nieder-Ingelheim geschenkt, wo er zurückgezogen – und im Clinch mit den Ingelheimer Autoritäten – mit Frau und Adoptivsohn lebte. Dort starb er am 19. Februar 1887.

Vortrag: Dr. Nicole Nieraad-Schalke, Kulturwissenschaftlerin, Ingelheim
Eintritt: 4 € (inkl. 1 Tasse Kaffee und 1 süßen Überraschung)

Bildnachweis: August Allebé, DOUWES DEKKER, Lithographie, 1874, Leihgabe Historischer Verein Ingelheim e. V., © Museum bei der Kaiserpfalz
Samstag, 28.3.2020, 14 - 17 Uhr
Straße der Begegnungen
Baden gehen – Die Geschichte der Bademode
Interkulturelle Stadtführung

Im Laufe des 19. Jahrhunderts erfreute sich das Baden im Freien immer größerer Beliebtheit. Frauen stiegen anfangs in weiten, hemdähnlichen Gewändern, die später noch durch lange, unförmige Hosen ergänzt wurden, in die Fluten – natürlich im Schutz hoher Zäune. In der zweiten Jahrhunderthälfte durften die Frauen zum ersten Mal Bein zeigen. Doch so mancher Polizist wachte mit dem Maßband darüber, dass beim Baden nicht zu viel nackte Haut zu sehen war. Bis zur gesellschaftlichen Akzeptanz des »skandalösen« Bikinis sollten ohnehin noch einige Jahrzehnte vergehen.
Am Beispiel des 1905 gegründeten Rheinbades Frei-Weinheim lässt sich die Entwicklung der europäischen Bademode ablesen, die auch immer die Grenzen des jeweils geltenden Frauenbildes auslotete. Interkulturelle ZeitzeugInnen verknüpfen diesen Aspekt mit der Schwimmkleidung in außereuropäischen Kulturen, während kulinarische und musikalische Kostproben das Publikum in die Strandbäder des frühen 20. Jahrhunderts entführen.

Eine Kooperation des Museums bei der Kaiserpfalz mit dem Migrations- und IntegrationsBüro der Stadt Ingelheim sowie dem Beirat für Migration und Integration der Stadt Ingelheim.

Führung: Dr. Nicole Nieraad-Schalke, Kulturwissenschaftlerin, Ingelheim
Anmeldung erforderlich bis 20.3.2020 im Museum / begrenzte Teilnehmerzahl
Treffpunkt: Wird bei Anmeldung bekannt gegeben
Eintritt frei, Spenden erbeten für Deutschkurse

»Frei Weinheimer Strandbad um 1910«, © Archiv Peter Weiland, Ingelheim
Foto: Dr. Hermann Bopp

Samstag, 4.4.2020, 14 - 17 Uhr
Alte Techniken neu entdeckt
Herstellen eines Beutelbuchs
Workshop

Als Beutelbuch (lat. »liber caudatus«) wird ab dem 14. Jahrhundert eine besondere Art von »Taschenbuch« bezeichnet. Es war in einen beutelartigen Lederbezug eingearbeitet und konnte mittels einer Öse am Gürtel befestigt werden. Oft diente es als Lieder- oder Gebetsbuch. Im Workshop stellen wir ein modernes Beutelbuch (15 x 10 cm) mit einem hochwertigen textilen Überzug und 72 Leerseiten für Notizen oder Skizzen her.

Workshop: Ellen Gold, Restauratorin, Ingelheim
Teilnehmer: Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren / begrenzte Teilnehmerzahl
Kosten: bis 17 Jahre 12 €, ab 18 Jahre 20 € pro Person zzgl. 8 € Materialkosten
Treffpunkt: Museum bei der Kaiserfpalz
Anmeldung und Bezahlung erforderlich bis 26.3.2020 im Museum, Telefon 06132•714701