Museum bei der Kaiserpfalz
Museumsmaskottchen Ingo Merkurius
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12.9. bis 29.11.2020
Material im Fokus – Glas in der zeitgenössischen Kunst
Kunstausstellung
Verschoben auf 11.9. bis 28.11.2021

Die Ingelheimer Glaskünstlerin Professorin Ingrid Conrad-Lindig hat viele Jahre das Institut für künstlerische Keramik und Glas in Höhr-Grenzhausen geleitet sowie den Lehrstuhl »Glas« innegehabt. Außergewöhnliche Glasobjekte von ihr und von sechs ihrer sehr erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen laden in der Ausstellung dazu ein, in die faszinierende Welt der modernen Glaskunst einzutauchen und die erstaunliche Vielseitigkeit des Materials Glas zu bewundern. Zur Ausstellung bieten wir ein umfangreiches Rahmenprogramm.

Kurator: Ludwig Rinn, Kunsthistoriker und Sammler, Heuchelheim
Veranstalter: Amt für Demografie, Ehrenamt und Kultur der Stadt Ingelheim am Rhein / Museum bei der Kaiserpfalz
Veranstaltungsort: Kunstforum Ingelheim – Altes Rathaus, François-Lachenal-Platz 1, 55218 Ingelheim am Rhein
Öffnungszeiten: September und Oktober: Dienstag bis Donnerstag, 10 – 17 Uhr sowie Freitag bis Sonntag, 10 – 18 Uhr / November: Dienstag bis Sonntag, 10 – 16 Uhr
Eintritt: 7 € / 5 €*, Kombikarte mit Museum: 8 € / 6 €* (*ermäßigt in geführten Gruppen)

Ingrid Conrad-Lindig »Rheingold«, Glasobjekt, © Ingrid Conrad-Lindig, Foto: Dr. Thomas Pfeiffer



Samstag, 19.9.2020, 14 - 16 Uhr
Straße der Begegnungen
»In der Badewanne lernt man nicht schwimmen« (Heinrich Zille)
Interkulturelle Stadtführung

Seit Menschen sich an Flüssen, Seen oder Meeren niederließen, war es lebensnotwendig, grundlegende Schwimmtechniken zu beherrschen. In der Antike gehörte Schwimmen oft zum Erziehungsprogramm der Kinder. Korkschwimmgürtel oder Kuhharnblasen unterstützten beim Lernen. Bei den Griechen galt man als Nichtschwimmer gar als ungebildet. Auch die IngelheimerInnen lernten früh, die Freuden und Gefahren des nahen Rheins in ihr Leben zu integrieren. Die Interkulturelle Stadtführung fragt nach interkulturellen Gemeinsamkeiten in der Geschichte des Schwimmens. Dazu berichten ZeitzeugInnen von ihren persönlichen Erinnerungen an die Schwimmkultur in Afrika, Asien und Süd-Amerika. Thematisch ausgewählte Snacks und Musikstücke runden die »wässrige« Veranstaltung ab.

Eine Kooperation des Museums bei der Kaiserpfalz mit dem Migrations- und IntegrationsBüro der Stadt Ingelheim sowie dem Beirat für Migration und Integration der Stadt Ingelheim.

Führung: Dr. Nicole Nieraad-Schalke, Kulturwissenschaftlerin, Ingelheim
Telefonische Anmeldung bis 11.9.2020 im Museum / Begrenzte Teilnehmerzahl
Treffpunkt: Wird bei Anmeldung bekannt gegeben
Erforderlich: Wetterfestes Schuhwerk!
Eintritt frei, Spenden erbeten für Deutschkurse

Abbildung: »Ingelheimer Strandbad um 1908«, © Bildarchiv Alt-Ingelheim Peter Weiland, Ingelheim, Foto: Dr. Hermann Bopp
Sonntag, 20.9.2020, 11 - 16 Uhr
XIII. Römertag Rheinhessen
Aus der Erde geborgen – Römische Funde aus Ingelheim

Der Römertag Rheinhessen findet in diesem Jahr an der »Villa rustica« im Binger Wald statt. Mit der beliebten Führungsreihe »Kinder führen Kinder« wird auch das Museum bei der Kaiserpfalz dabei sein: Die Kinderführer haben einen kleinen Film über römische Funde in Ingelheim gedreht, bei dem es um viele Geheimnisse geht, die einst unter der Erde schlummerten und heute als Fundstücke im Ingelheimer Museum ausgestellt sind.
Damit sich auch alle Besucher den Film direkt im Wald anschauen können, wird er einfach per QR-Code aufs Handy geladen. Selbstverständlich sind auch die MuseumsmitarbeiterInnen vor Ort. Sie unterstützen und haben allerhand zur römischen Vergangenheit Ingelheims und der aktuellen Fundsituation zu berichten.

Leitung: Dr. Isabel Kappesser, Museum bei der Kaiserpfalz
Veranstaltungsort: »Villa rustica«, Binger Wald
Eintritt frei

Das Museum ist am Römertag Rheinhessen bei freiem Eintritt von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Abbildung: © Museum bei der Kaiserpfalz, Foto: Dr. Isabel Kappesser
Donnerstag, 24.9.2020, 14.30 Uhr
Krimis am Mittag
Tatort Ingelheim: »Hab ich es dann gantz allein gethan«
Kurzvortrag

... soll der Ober-Ingelheimer Philipp Jakob Alsenz zu seiner Schwiegermutter gesagt haben, worauf ein markerschütternder Schrei ihrerseits folgte. Wenige Stunden später, am Morgen des 8. Juli 1790, einem ganz normalen, vermutlich sehr schwülen Hochsommer-Donnerstag in Ober-Ingelheim, tätigte Katharina Jakobina Storr um 6 Uhr beim kurpfälzischen Oberschultheiß Riester die Anzeige, dass ihre Schwägerin, Frau Biebesheimer, leblos am Boden ihrer Scheune liege... – Dieses und weitere Verbrechen aus Habgier, Eifersucht, Trunkenheit, Neid, Spielsucht, Armut oder einfach nur grenzenloser Gewaltbereitschaft schlummern, allesamt mit dem aktenmäßigen Schwerpunkt im 18. Jahrhundert, in den Magazinen des Ingelheimer Stadtarchivs. Sie werden nun ans Tageslicht geholt, um einen allgemeinen Überblick zur Kriminalität und den Gefängnissen in den Ingelheimer Gemeinden und zur damaligen Strafverfolgung in der Kurpfalz zu geben, zu der unter anderem auch die Turmstrafe und die Festsetzung in der Mehlwaage gehörten.

Vortrag: Nadine Gerhard, Stadtarchivarin, Ingelheim
Telefonische Anmeldung bis 22.9.2020 im Museum / Begrenzte Teilnehmerzahl
Eintritt: 3 € (inkl. einer süßen Überraschung)

Abbildung: Vernehmungsprotokoll im Mordprozess gegen Herrn Alsenz, 1790–1792, © Quelle: Stadtarchiv Ingelheim, Rep. I/2055
Sonntag, 11.10.2020, 11 Uhr
Öffentliche Führung
Von Pest bis Corona und anderen Seuchen

Die Corona-Pandemie hat in diesem Jahr unser aller Leben einschneidend bestimmt. Seit jeher überrollten hochansteckende Infektionskrankheiten die Menschen in allen Teilen der Welt. Sie brachten millionenfachen Tod, ließen sogar Weltreiche untergehen.
Ab Mitte des 14. Jahrhunderts grassierte die Pest immer wieder in Mitteleuropa. Im 16. Jahrhundert, zu Lebzeiten Sebastian Münsters und Martin Luthers, wütete die Pest an deren Aufenthaltsorten. Im Jahr 1666 erreichte eine der letzten Pestwellen, von London ausgehend über die Niederlande den Rhein heraufziehend, auch Ingelheim.
Kontaktverzicht bis Quarantäne, Schutzkleidung, Masken, Sicherheitsabstand waren damals wie heute probate Hygienemaßnahmen. Welche Rolle dabei der Bisamapfel spielte, ist eine der Fragen in der Führung.

Führung: Dr. Isabel Kappesser, Museum bei der Kaiserpfalz
Dauer: 1 Stunde
Telefonische Anmeldung bis 9.10.2020 im Museum / Begrenzte Teilnehmerzahl
Kosten: 2 € (zzgl. 2 € Eintritt ins Museum)

Repro: Dr. Gabriele Mendelssohn, aus »Der Totentanz. Vierzig Holzschnitte von Hans Holbein d. J.«, Faksimile-Nachbildungen d. 1. Ausg., Einleitung. v. Hans Ganz, Holbein-Verlag München ( o. J.)
Donnerstag, 15.10.2020, 14.30 Uhr
Geschichte am Mittag
»St. Gallus schafft heim alles« – Der Pergamenteinband des Groß-Winternheimer Haderbuchs
Kurzvortrag

Vielen Ingelheimern mag der Heilige Gallus noch durch eine alte Bauernregel bekannt sein. Der Gallus-Tag, der 16. Oktober, galt im Bauernkalender als Winterbeginn. Daher sollten um diese Zeit das Vieh von der Weide in den Stall gebracht und Äpfel und Birnen geerntet werden. Der Pergamenteinband des Groß-Winternheimer Haderbuchs (1490-1502) ist mit Chorälen zu verschiedenen Heiligen beschrieben. Am besten erhalten ist hierbei das Offizium zu Ehren von St. Gallus. Die Besonderheit der Handschrift ist, dass sie neben dem Text auch die Melodie in Zeichen, sogenannten Neumen, wiedergibt. Diese Vorläufer der Musiknoten ermöglichten den Fachleuten eine Datierung des Fragments auf die Zeit zwischen 1100 und 1200. Der Vortrag geht auf den Inhalt des Fragments ein und stellt die Vita des Heiligen Gallus vor.

Vortrag: Renate Fath M. A., Museum bei der Kaiserpfalz
Telefonische Anmeldung bis 13.10.2020 im Museum / Begrenzte Teilnehmerzahl
Eintritt: 3 € (inkl. einer süßen Überraschung)

Abbildung: Ingelheimer Haderbücher, Groß-Winternheim 1490-1502, Band 5, Blatt 000 b, Seite 2,
© Quelle: Stadtarchiv Ingelheim, Sign. A/1/2013/2

27.10. bis 31.10.2020
200 Jahre Multatuli

Am 2. März 1820 wurde Eduard Douwes Dekker als Sohn eines Kapitäns in Amsterdam geboren. Unter dem Pseudonym Multatuli – lat. »Ich habe viel ertragen« – hatte sich der gesellschaftskritische Schriftsteller einen Namen gemacht. Anlässlich seines 200. Geburtstages 2020 erinnert das Museum bei der Kaiserpfalz mit einigen Themenveranstaltungen an den in Nieder-Ingelheim verstorbenen Schriftsteller.

Dienstag, 27.10.2020, 19 Uhr
Lesung
»Agitator mit der Feder«

Am 19. Februar 1887 starb Multatuli kurz vor seinem 67. Geburtstag in Nieder-Ingelheim. Hier hatte er seit 1881 zurückgezogen mit seiner Frau Mimi und dem Adoptivsohn Walter gelebt. Sein Buch »Max Havelaar« (1860), in dem der ehemalige Kolonialbeamte die Arbeitsbedingungen der Kaffeepflanzer auf Java anprangerte, gehört heute zu den wichtigsten literarischen Werken der Niederlande. Der Schauspieler Christian Klischat liest Auszüge aus diesem Werk, das auch heute noch Aktualität besitzt, sowie aus den Ingelheimer Briefen Multatulis.

Lesung: Christian Klischat, Schauspieler, Darmstadt
Moderation: Dr. Nicole Nieraad-Schalke, Kulturwissenschaftlerin, Ingelheim
Veranstaltungsort: Weiterbildungszentrum Ingelheim (WBZ), Raum 107, Fridtjof-Nansen-Platz 3, 55218 Ingelheim am Rhein
Telefonische Anmeldung bis 20.10.2020 im Museum / Begrenzte Teilnehmerzahl
Einlass: ab 18.30 Uhr / freie Platzwahl
Kosten: 8 €


Foto: Martin Kaufhold
Freitag, 30.10.2020, 18 Uhr
Zu Gast bei Mimi und Dek
Kulinarische Reise mit Multatuli

Genießen Sie im historischen Gewölbe des Ingelheimer Winzerkellers die Gastfreundschaft des Ehepaars Mimi und Eduard Douwes Dekker, von seinen Freunden »Dek« genannt. Während der drei Gänge des Indonesisch-holländischen Menüs erfahren Sie Spannendes über deren privates Leben in Ingelheim mit Adoptivsohn Wouter (Walter) und Wachhund Witrock (Weißrock), aber auch über den Alltag der damaligen IngelheimerInnen. Tauchen Sie in die Zeit des 19. Jahrhunderts ein, mit Christian Klischat (Dek), Ensemblemitglied des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, und Kulturwissenschaftlerin Dr. Nicole Nieraad-Schalke (Mimi).

Darstellerin/Moderation: Dr. Nicole Nieraad-Schalke, Kulturwissenschaftlerin, Ingelheim
Darsteller: Christian Klischat, Schauspieler, Darmstadt
Veranstaltungsort: Winzerkeller Ingelheim, Binger Str. 16, 55218 Ingelheim
Anmeldung bis 16.10.2020 im Winzerkeller, Telefon 06132•9999160 oder im Museum, Telefon 06132•714701 / Begrenzte Teilnehmerzahl
Kosten: 78 € pro Person (inkl. Menü und Getränke)


© Museum bei der Kaiserpfalz, Foto: Andrea Enderlein
Samstag, 31.10.2020, 10 - 13 Uhr
Flieg, Drache, flieg!
Drachenbau im Zweierteam
Workshop

»Im Spätsommer aber, wenn der Wind über die Stoppeln pfiff, da ließ er (Multatuli im 64. Lebensjahr stehend) für seinen Walter die Drachen steigen. Und welche Drachenformen kannte er? Runde, viereckige, sternartige Drachen gingen für Walter hoch. Die Obergässer Buben, zu denen ich gehörte, sahen gerne zu.« (Zitat Andreas Saalwächter).
Angeregt von Multatuli bauen wir mit Kindern in Begleitung jeweils eines Erwachsenen einen traditionellen Drachen und lassen ihn anschließend steigen.

Veranstaltungsort: Altbau Pestalozzischule / Museumspädagogik, Mainzer Str. 68, 55218 Ingelheim
Teilnehmer: je ein Kind ab 8 Jahren + ein Erwachsener
Telefonische Anmeldung bis 23.10.2020 im Museum / Begrenzte Teilnehmerzahl
Materialkosten: 12 € pro Drache

Abbildung: © Museum bei der Kaiserpfalz, Foto: Nadine Hanssen
Museumsmaskottchen Ingo Merkurius

Sonntag, 8.11.2020, 11 Uhr
Öffentliche Führung
Sebastian Münster – Der Mann vom Hundertmarkschein

Heute kennen Sebastian Münster, den Universalgelehrten, Kosmografen und Hebraisten aus Ingelheim, nur noch wenige. Mit Fug und Recht wird er als größter Sohn Ingelheims bezeichnet.
Obwohl er seine Heimat schon in jugendlichem Alter verließ, hat er seine Herkunft zeit seines Lebens nie vergessen und Ingelheim in seinen Publikationen verewigt. Das Museum bei der Kaiserpfalz plant schon lange eine eigene Sebastian-Münster-Abteilung in einem Erweiterungsbau. Bis zur Umsetzung dieses Plans bleibt die Studioausstellung aus dem Reformationsjahr 2017 »’Munster gefelt mir wol’ – Sebastian Münster und Martin Luther« in leicht abgeänderter Form als vorläufige Sebastian-Münster-Abteilung bestehen. In ihr werden die Berührungspunkte zwischen Sebastian Münster und Martin Luther aufgezeigt.

Führung: Dr. Klaus-Peter Wörns, Gästeführer, Ingelheim
Dauer: 1 Stunde
Telefonische Anmeldung bis 6.11.2020 im Museum / Begrenzte Teilnehmerzahl
Kosten: 2 € (zzgl. 2 € Eintritt ins Museum)
Donnerstag, 12.11.2020, 14.30 Uhr
Kunst am Mittag
Von trutzigen Kirchen, zarten Gewölben und leuchtenden Altären – Die Kunst zur Zeit Sebastian Münsters
Kurzvortrag

Der zweite Vortrag zum Thema »Die Kunst zur Zeit Sebastian Münsters« beschäftigt sich mit Architektur und Kirchenausstattung am Übergang vom Mittelalter zur frühen Neuzeit. Überall im mitteleuropäischen Raum entstanden Hallenkirchen im Stil der Spätgotik. Nicht selten sind sie Teil der Befestigungsanlage, wie die Burgkirche in Ingelheim. Filigrane Gewölbe und prächtige Schnitzaltäre im Inneren der Kirchen bilden dazu einen reizvollen Kontrast. Die Bildschnitzer der Zeit verfeinerten ihre Kenntnisse auf der Gesellenreise und sorgten für einen großräumigen Transfer ihrer Kunstwerke von Polen bis Österreich und von den Niederlanden bis an den Oberrhein.

Vortrag: Miriam Maslowski, Museum bei der Kaiserpfalz
Telefonische Anmeldung bis 10.11.2020 im Museum / Begrenzte Teilnehmerzahl
Eintritt: 3 € (inkl. einer süßen Überraschung)

Abbildung: »Burgkirche Ingelheim«, Gustav Wermann, Aquarell, 1962 © Museum bei der Kaiserpfalz
Samstag, 14.11.2020, 14 - 16 Uhr
Straße der Begegnungen
»Macht euch die Erde untertan!« (Bibel)
Interkulturelle Stadtführung

Alexander von Humboldt (1769-1859) betrachtete die Natur als Netz des Lebens, in dem Pflanzen, Tiere und Menschen voneinander abhängen. Er hatte die ausgetrocknete sibirische Barabasteppe ebenso erforscht wie die massive Waldzerstörung auf Kuba und in Mexiko. Schon vor 200 Jahren entdeckte er dort einen Zusammenhang zwischen Kapitalismus und Klimawandel. Gemeinsam mit interkulturellen ZeitzeugInnen wirft die Veranstaltung einen tieferen Blick auf den weltweiten Umgang mit der Natur und ihren Ressourcen, der oft auch religiös geprägt ist. Regional passende Musikstücke entführen in die Herkunftsländer der ZeitzeugInnen, während bei nachhaltigen Snacks über die Herausforderungen moderner Umweltnutzung diskutiert werden kann.

Eine Kooperation des Museums bei der Kaiserpfalz mit dem Migrations- und IntegrationsBüro der Stadt Ingelheim sowie dem Beirat für Migration und Integration der Stadt Ingelheim.

Führung: Dr. Nicole Nieraad-Schalke, Kulturwissenschaftlerin, Ingelheim
Telefonische Anmeldung erforderlich bis 6.11.2020 im Museum / Begrenzte Teilnehmerzahl
Treffpunkt: Wird bei Anmeldung bekannt gegeben
Eintritt frei, Spenden erbeten für Deutschkurse
Sonntag, 22.11.2020, 11 Uhr
Öffentliche Führung
Von Pest bis Corona und anderen Seuchen

Die Corona-Pandemie hat in diesem Jahr unser aller Leben einschneidend bestimmt. Seit jeher überrollten hochansteckende Infektionskrankheiten die Menschen in allen Teilen der Welt. Sie brachten millionenfachen Tod, ließen sogar Weltreiche untergehen.
Ab Mitte des 14. Jahrhunderts grassierte die Pest immer wieder in Mitteleuropa. Im 16. Jahrhundert, zu Lebzeiten Sebastian Münsters und Martin Luthers, wütete die Pest an deren Aufenthaltsorten. Im Jahr 1666 erreichte eine der letzten Pestwellen, von London ausgehend über die Niederlande den Rhein heraufziehend, auch Ingelheim.
Kontaktverzicht bis Quarantäne, Schutzkleidung, Masken, Sicherheitsabstand waren damals wie heute probate Hygienemaßnahmen. Welche Rolle dabei der Bisamapfel spielte, ist eine der Fragen in der Führung.

Führung: Dr. Isabel Kappesser, Museum bei der Kaiserpfalz
Dauer: 1 Stunde
Telefonische Anmeldung bis 20.11.2020 im Museum / Begrenzte Teilnehmerzahl
Kosten: 2 € (zzgl. 2 € Eintritt ins Museum)

Repro: Dr. Gabriele Mendelssohn, aus »Der Totentanz. Vierzig Holzschnitte von Hans Holbein d. J.«, Faksimile-Nachbildungen d. 1. Ausg., Einleitung. v. Hans Ganz, Holbein-Verlag München ( o. J.)
Donnerstag, 10.12.2020, 14.30 Uhr
Geschichte am Mittag
Eine kleine Ingelheimer Weihnachtsgeschichte
Kurzvortrag

787 feierte Karl der Große (748–814) in der Ingelheimer Pfalz das Weihnachtsfest. Im Mittelalter und bis in die Frühe Neuzeit wurde Weihnachten öffentlich, in der Kirche und auf den Straßen, begangen. Erst vor rund 200 Jahren entwickelte sich das Fest zur Kinderweihnacht mit kerzengeschmücktem Tannenbaum und Festschmaus. Der Kurzvortrag beleuchtet die Geschichte der Ingelheimer Weihnachtsbräuche – unter anderem Weihnachtsbaum, Krippenspiel, Weihnachtsmarkt – und gibt Antworten auf die Frage, in welcher Beziehung Nikolaus, Weihnachtsmann und Christkind zueinanderstehen.

Vortrag: Dr. Nicole Nieraad-Schalke, Kulturwissenschaftlerin, Ingelheim
Telefonische Anmeldung bis 8.12.2020 im Museum / Begrenzte Teilnehmerzahl
Eintritt: 3 € (inkl. einer süßen Überraschung)

Abbildung: »Die drei Kinder von Fritz Huf, 1902« © Bildarchiv Alt-Ingelheim Peter Weiland, Foto: Wilhelm Huf
Donnerstag, 25.2.2021, 14.30 Uhr
Geschichte am Mittag
Sebastian Münster und der gehörnte Moses
Kurzvortrag

In der christlichen Welt wurde in der bildenden Kunst Moses lange Zeit mit Hörnern dargestellt. Das ging auf die lateinische Übersetzung einer Bibelstelle im 2. Buch Mose zurück. In der Sebastian Münster Abteilung des Museums finden sich drei Darstellungen eines gehörnten Moses. Ferner sind dort die Bibelübersetzungen von Martin Luther und Sebastian Münster zu sehen. Der Vortrag beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Überlieferungen des Alten Testaments und geht der Frage nach, wie die beiden Bibelübersetzer mit dieser Textstelle umgehen. Es wird sich zeigen, daß sich gerade Münster mit diesem Thema näher auseinandergesetzt hat.

Vortrag: Renate Fath M. A., Museum bei der Kaiserpfalz
Telefonische Anmeldung bis 23.2.2021 im Museum / Begrenzte Teilnehmerzahl
Eintritt: 3 € (inkl. einer süßen Überraschung)

Abbildung: Ausschnitt aus dem Titelbild von Martin Luther/Sebastian Münster »Der x. gebot ein nutzliche erklerung...«, 1520, © Lutherbibliothek Worms, Foto: Busso Diekamp
Samstag, 13.3.2021, 14 - 17 Uhr
Alte Techniken neu entdeckt
Herstellen eines Beutelbuchs
Workshop

Als Beutelbuch (lat. »liber caudatus«) wird ab dem 14. Jahrhundert eine besondere Art von »Taschenbuch« bezeichnet. Es war in einen beutelartigen Lederbezug eingearbeitet und konnte mittels einer Öse am Gürtel befestigt werden. Oft diente es als Lieder- oder Gebetsbuch. Im Workshop stellen wir ein modernes Beutelbuch (15 x 10 cm) mit einem hochwertigen textilen Überzug und 72 Leerseiten für Notizen oder Skizzen her.

Workshop: Ellen Gold, Restauratorin, Ingelheim
Teilnehmer: Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren
Treffpunkt: Museum bei der Kaiserpfalz
Telefonische Anmeldung und Bezahlung erforderlich bis 5.3.2021 im Museum / Begrenzte Teilnehmerzahl
Kosten: bis 17 Jahre 12 €, ab 18 Jahre 20 € pro Person zzgl.
8 € Materialkosten

Foto: Ellen Gold
Samstag, 20.3.2021, 14 - 16 Uhr
Straße der Begegnungen
Baden gehen – Die Geschichte der Bademode
Interkulturelle Stadtführung

Im Laufe des 19. Jahrhunderts erfreute sich das Baden im Freien immer größerer Beliebtheit. Frauen stiegen anfangs in weiten, hemdähnlichen Gewändern, die später noch durch lange, unförmige Hosen ergänzt wurden, in die Fluten – natürlich im Schutz hoher Zäune. In der zweiten Jahrhunderthälfte durften die Frauen zum ersten Mal Bein zeigen. Doch so mancher Polizist wachte mit dem Maßband darüber, dass beim Baden nicht zu viel nackte Haut zu sehen war. Bis zur gesellschaftlichen Akzeptanz des »skandalösen« Bikinis sollten ohnehin noch einige Jahrzehnte vergehen.

Eine Kooperation des Museums bei der Kaiserpfalz mit dem Migrations- und IntegrationsBüro der Stadt Ingelheim sowie dem Beirat für Migration und Integration der Stadt Ingelheim.

Führung: Dr. Nicole Nieraad-Schalke, Kulturwissenschaftlerin, Ingelheim
Telefonische Anmeldung bis 12.3.2021 im Museum / Begrenzte Teilnehmerzahl
Treffpunkt: Wird bei Anmeldung bekannt gegeben
Eintritt frei, Spenden erbeten für Deutschkurse

Abbildung: »Rheinbad des Badevereins Frei-Weinheim / Ingelheim um 1910«, © Archiv Peter Weiland, Ingelheim, Foto: Dr. Hermann Bopp
Samstag, 8.5.2021, 14 - 16 Uhr
Straße der Begegnungen
Zu Besuch in Ingelheim: Alexander von Humboldt – Weltreisender mit Weitblick
Interkulturelle Stadtführung

Als Student besuchte der 20-jährige Alexander von Humboldt (1769-1859) auf einer sechswöchigen Deutschland-Reise auch Nieder-Ingelheim. Zusammen mit einem Kommilitonen besichtigte er am 14. Oktober 1789 die Ruinen der Kaiserpfalz und kehrte anschließend im Gasthaus »Zur Alten Post« ein. Die Interkulturelle Stadtführung begibt sich auf die Spuren des Weltentdeckers Humboldt, der bereits vor 200 Jahren vor den Folgen des menschlich beeinflussten Klimawandels warnte. Vielleicht hätte er gar die heutige »Fridays for Future«-Bewegung unterstützt?

Eine Kooperation des Museums bei der Kaiserpfalz mit dem Migrations- und IntegrationsBüro der Stadt Ingelheim sowie dem Beirat für Migration und Integration der Stadt Ingelheim.

Führung: Dr. Nicole Nieraad-Schalke, Kulturwissenschaftlerin, Ingelheim
Telefonische Anmeldung erforderlich bis 30.4.2021 im Museum / Begrenzte Teilnehmerzahl
Treffpunkt: Wird bei Anmeldung bekannt gegeben
Eintritt frei, Spenden erbeten für Deutschkurse
Dienstag, 15.6.2021, 14 - 16.30 Uhr
38. Ingelheimer Seniorentage im Museum bei der Kaiserpfalz
»Liebevolle Grüße Dir in Gott«*– Kaiser Karl und die Frauen
Führung und Workshop

Karl war fünfmal verheiratet und hatte mindestens 18 Kinder. Bei einer Eheschließung stand das politische Kalkül durchaus im Vordergrund. Dennoch konnten sich tiefe Gefühle zwischen den Ehepartnern entwickeln, wie ein Brief des Herrschers an seine Frau Fastrada beweist.
Nach einer kleinen Stärkung bei Kaffee und Kuchen erwartet Sie ein praktischer Teil. Handarbeiten mit Nadeln und Wolle waren Frauensache. Mit der Technik des Fingerschlaufenflechtens, die ohne Hilfsmittel auskommt, stellen wir unterschiedlich breite, bunte Wollbänder her.

Führung und Workshop: Miriam Maslowski, Museum bei der Kaiserpfalz
Veranstaltungsort: Museum bei der Kaiserpfalz
Teilnehmer: SeniorInnen / Begrenzte Teilnehmerzahl
Anmeldung: ab 10.5.2021 bei Frau Jacobi-Becker, Seniorenbüro im Mehrgenerationenhaus, Matthias-Grünewald-Straße 15, 55218 Ingelheim am Rhein, Telefon 06132•8980419.
Die Teilnahme an Führung und Workshop ist kostenfrei.

Abbildung: »Karls des Großen Geburt und Jugendjahre«, Kupferstich von A. W. Böhm und Fr. Geissler nach C. Heideloff, Illustration aus: »Friedrich de la Motte Fouqué: Karls des Großen Geburt und Jugendjahre, 1816(?)«, © Museum bei der Kaiserpfalz

* Quelle Zitat: Grußformel in einem Brief Karls des Großen an seine vierte Frau Fastrada, Sept. 791

11.9. bis 28.11.2021
Material im Fokus – Glas in der zeitgenössischen Kunst
Kunstausstellung

Die Ingelheimer Glaskünstlerin Professorin Ingrid Conrad-Lindig hat viele Jahre das Institut für künstlerische Keramik und Glas in Höhr-Grenzhausen geleitet sowie den Lehrstuhl »Glas« innegehabt. Außergewöhnliche Glasobjekte von ihr und von sechs ihrer sehr erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen laden in der Ausstellung dazu ein, in die faszinierende Welt der modernen Glaskunst einzutauchen und die erstaunliche Vielseitigkeit des Materials Glas zu bewundern. Zur Ausstellung bieten wir ein umfangreiches Rahmenprogramm.

Kurator: Ludwig Rinn, Kunsthistoriker und Sammler, Heuchelheim
Veranstalter: Amt für Demografie, Ehrenamt und Kultur der Stadt Ingelheim am Rhein / Museum bei der Kaiserpfalz
Veranstaltungsort: Kunstforum Ingelheim – Altes Rathaus, François-Lachenal-Platz 1, 55218 Ingelheim am Rhein
Öffnungszeiten: September und Oktober: Dienstag bis Donnerstag, 10 – 17 Uhr sowie Freitag bis Sonntag, 10 – 18 Uhr / November: Dienstag bis Sonntag, 10 – 16 Uhr
Eintritt: 7 € / 5 €*, Kombikarte mit Museum: 8 € / 6 €* (*ermäßigt in geführten Gruppen)

Ingrid Conrad-Lindig »Rheingold«, Glasobjekt, © Ingrid Conrad-Lindig, Foto: Dr. Thomas Pfeiffer